Drucken
Kategorie: Hauptmenü
Zugriffe: 1057

Sagen, Märchen und Bräuche aus Zedlitzfelde und Umgebung. Dieser Bereich lebt von Erzählungen der älteren und damaligen Einwohner in dieser Gegend.

Sage der 7 Bachmühlen

Die Sage hierzu erzählt von den Wohlhabenden Müller, dessen stolzer besitzt diese 7 Wassermühlen einst gewesen sind und deren Räder unendwegt drehten, Tag um Tag. Seine 7 Söhne sollten Ihn einst beerben, jeder von Ihnen eine Mühle. So war für alles bestens gesorgt, dachte der Müller. Kaum aber hatte er seine Augen für immer geschlossen da begann schon zwischen den Söhnen lauthals der Streit um das Erbe, das es nur so durch den Stillen Wald schallte. Ein Zauberer aber der in der Nähe der Mühlen hauste, schrie die Brüder darob an: "Ihr werdet Euch bald einig sein" und ehe sie sich versahen, waren alle 7 in einen rauschenden Bach verwandeltund sie mussten Tag für Tag die ungefügen Räder Ihrer Mühlen treten.

So wird auch der Name " 7 Brüderbach" erklärt, der bis auf den heutigen Tag besteht. Die Mühlen selber aber sind eines der belibtesten Ausflugsziele der Stettiner gewesen. Unser Bild zeigt die Mutgebermühle.

Überwiegend wurden die Mühlen Bewirtschaftet und luden freundlich zur Rast ein. Nacheinander folgten in Reizvoller Lage Obermühle (Jugendheim), Klappmühle, Bergmühle, Mutgebermühle, Schmetterlingsmühle, Kaisermühle und Kuckusmühle.

1949 gab es noch 3 von den erwähnten Mühlen. Leider existiert heute nur noch die Obermühle, die heute als Jugendheim genutzt wird.

 

Glocken im Glambecksee

Da wo heute der Glambecksee bei Stettin liegt, ist einmal eine große Stadt gewesen, die um irgend eines Frevels willen in der Erde versunken ist. Doch ist das schon so lange her, dass keiner mehr weiß, wie es sich zugetragen.

Da aber etwas daran sein muss, ist einmal offenbar geworden, als zwei kleine Mädchen aus einem nahen Dorfe am Johannistag um die Mittagszeit an den See kamen, um ihre Puppenwäsche zu waschen. Beim Näherkommen

ist es ihnen gewesen als rufe es aus dem See herauf:

"Anne Susanne,

Kumm mit mi to Lanne"

Sie haben sich aber nicht weiter gewundert, dass am Strand etwas lag wie zwei große runde Steine, und haben ihre Wäsche gewaschen und sie auf den einen Stein zum Trocknen gebreitet. Nach einer Stunde aber hat der andere

Stein angefangen sich zu bewegen und war eine große Glocke, die sich wieder aufmachte in ihr nasses Grab. Und dabei hat sie gerufen:

"Sunne, Kunnigunne,

Kumm mit mi to Grunne"

Die andere Glocke aber, die von der Puppenwäsche gebannt war, hat dumpf und klagend geantwortet:

"Anne, Susanne,

Ick kann ni!"

 Da rannten die beiden kleinen Mädchen zurück ins Dorf und erzählten, was ihnen begegnet war, und als die Leute die eine große Glocke ruhig liegen sahen am Seeufer, machten sie sich gleich daran, den Schatz zu   bergen.  Den schwersten Wagen nahmen sie, der im Dorf war, und spannten sechs starke Gäule davor, und als sie mit aller Männerkraft die Glocke auf den Wagen gebracht, da sollte es losgehen: Hüh! Der Wagen aber 

stand wie an gemauert auf der Erde und rührte sich nicht, ob auch die Pferde immer wieder ins Geschirr sprangen und der Fuhrmann seine Peitsche knallte und schließlich fluchte:"Den Dunnerslag! Ji Deukers willt nich trecken.

Da aber fuhr vom hellen Johannishimmel ein  wirklicher Donnerschlag hernieder, und gleich darauf wurde unter dem Wagen und den Pferden der Boden weich wie Moorgrund, und alles, die Pferde und der Wagen und die Glocke darauf, begannen zu versinken, so schnell, daß kaum der Fuhrmann und die anderen Leute beiseite springen konnten, ihr Leben zu retten.

Seitdem hat man nichts mehr von den Glocken im Glambecksee gesehen, nur mancher meint, er habe es noch an hellen Mittagen um die Johanniszeit herauf klingen hören "Anne, Susanne...." und dumpf die Antwort:

"Sunne, Kunnigunne..."