Ein Leben für Wissenschaft, Geschichte und die Erinnerung an die Heimat
Prof. Kurt Hans Bergunde (1932–2024) war Hochschullehrer, Geograph, Zeitzeuge, Heimatforscher und über viele Jahrzehnte einer der engagiertesten Bewahrer der Geschichte Zedlitzfeldes und der nördlichen Stettiner Umgebung.
Seine Verbindung zu Zedlitzfelde war dabei weit mehr als ein historisches Interesse. Kurt Bergunde hatte einen persönlichen Bezug zu dieser Landschaft und zu den Menschen, die dort vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges ihre Heimat hatten. Seine eigenen Erlebnisse, seine späteren Nachforschungen und seine zahlreichen Begegnungen mit ehemaligen Bewohnern und heutigen Einwohnern verband er zu einer umfangreichen historischen Dokumentationsarbeit.
Ein großer Teil dessen, was heute über Zedlitzfelde, seine Bewohner und seine Umgebung erhalten geblieben ist, wurde von ihm gesammelt, aufgeschrieben, geordnet oder für nachfolgende Generationen zugänglich gemacht.
Die Geschichte Zedlitzfeldes im Internet bewahren
Auch mit der Entstehung dieser Internetseite ist der Name Kurt Bergunde unmittelbar verbunden.
Die Idee, historische Bilder sowie geschichtliche Informationen aus Zedlitzfelde aus der Zeit vor und während des Zweiten Weltkrieges im Internet zugänglich zu machen, wurde von Prof. Kurt Bergunde angeregt und gemeinsam in die Tat umgesetzt. Zahlreiche Texte und historische Informationen auf zedlitzfelde.de gehen auf seine Arbeit zurück.
Damit hat er schon früh erkannt, welche Möglichkeiten das Internet bietet, um die Erinnerung an einen Ort zu bewahren, dessen früheres Erscheinungsbild nach 1945 weitgehend verloren gegangen war.
Sein Anliegen war es nicht nur, Erinnerungen für die ehemaligen Zedlitzfelder festzuhalten. Auch nachfolgenden Generationen und den heutigen Bewohnern sollte die Möglichkeit gegeben werden, mehr über die Geschichte des Ortes und seiner Umgebung zu erfahren.
Forschen hieß für ihn auch: vor Ort sein
Kurt Bergundes Heimatforschung fand nicht nur in Archiven und an seinem Schreibtisch statt.
Gemeinsam mit deutschen und polnischen Freunden und Wegbegleitern unternahm er zahlreiche Fahrten und Wanderungen durch die frühere Heimat. Dabei wurden historische Wege gesucht, ehemalige Gebäude und Ortslagen bestimmt, Fotografien angefertigt sowie Erinnerungen mit der heutigen Landschaft verglichen.
Besonders eng war sein Wirken mit dem Gebiet des Messenthiner Waldes und des Siebenbachmühlentals verbunden.
Mehrere Wanderungen auf den Spuren des früheren Messenthiner Waldvereins wurden gemeinsam mit dem polnischen Förster Herrn Nowaczewski und Prof. Kurt Bergunde organisiert und durchgeführt. Bei der großen Maiwanderung am 27. Mai 1995 wurde Kurt Bergunde die Führung von Messenthin über Neuendorf in Richtung Zedlitzfelde anvertraut. Der Weg endete schließlich am früheren Kirchplatz von Zedlitzfelde.
Auch Jahre später setzte er diese Arbeit fort. Noch im Frühjahr 2006 erkundete er gemeinsam mit Horst Mann und weiteren Begleitern historische Wanderwege. Fotografien dieser Spurensuchen wurden von Kurt Bergunde selbst aufgenommen und für die Dokumentation zur Verfügung gestellt.
Die Gemeinschaft der Zedlitzfelder
Eine große Bedeutung hatten für Kurt Bergunde auch die regelmäßigen Heimattreffen der Zedlitzfelder.
Seit Ende der 1980er-Jahre trafen sich ehemalige Bewohner und ihre Familien regelmäßig an unterschiedlichen Orten Deutschlands. Die Treffen waren nicht nur Wiedersehen alter Freunde und Nachbarn, sondern dienten auch dem Austausch von Fotografien, Dokumenten und Erinnerungen.
Kurt Bergunde gehörte zu denen, die diese Erinnerungen nicht verloren gehen lassen wollten.
Gemeinsam mit Heinz Matz berichtete er über mehrere Heimattreffen und arbeitete an einer Festschrift, in der auch bis dahin unveröffentlichte historische Fotografien aus Zedlitzfelde zusammengetragen wurden. Bereits beim 20. Heimattreffen wurde ausdrücklich hervorgehoben, dass diese Arbeit durch das Internet einem größeren Interessentenkreis zugänglich gemacht werden sollte.
Damit verbanden sich die Heimattreffen, die historische Forschungsarbeit und die spätere Internetseite miteinander.
Bewahren, was sonst verloren gegangen wäre
Kurt Bergunde beschäftigte sich mit alten Karten, Fotografien, Schulgeschichten, Kirchen, Häusern und Familien ebenso wie mit historischen Wanderwegen und persönlichen Erinnerungen.
Dabei ging es ihm nicht ausschließlich darum, Vergangenes festzuhalten. Seine Arbeit stellte immer wieder eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart her.
Von besonderer Bedeutung waren dabei auch die Kontakte zu polnischen Bewohnern der ehemaligen Heimat. Gemeinsame Wanderungen, Begegnungen mit Familien vor Ort und Gespräche mit deutschen und polnischen Teilnehmern wurden Teil dieser Erinnerungsarbeit.
So entstand über viele Jahre ein umfangreiches Mosaik aus persönlichen Erinnerungen, Zeitzeugenberichten, historischen Dokumenten, Bildern und eigenen Nachforschungen.
Ein Lebenswerk, das weitergeführt wird
Mit dem Tod von Prof. Kurt Bergunde am 28. August 2024 ist einer der wichtigsten Chronisten der Geschichte Zedlitzfeldes verstorben.
Seine Arbeit jedoch bleibt.
Viele Informationen, Texte, Bilder und Dokumentationen, die heute auf dieser Internetseite zu finden sind, tragen seine Handschrift oder wären ohne seine Initiative möglicherweise nicht erhalten oder öffentlich zugänglich geworden.
Diese Rubrik soll deshalb nach und nach das Leben und Wirken von Prof. Kurt Hans Bergunde dokumentieren und zugleich seine umfangreiche Arbeit würdigen.
Dabei sollen sowohl der Menschen Kurt Bergunde als auch seine unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche dargestellt werden:
Kurt Bergunde und Zedlitzfelde
Seine persönliche Verbindung zum Ort, die Heimattreffen und seine jahrzehntelange Dokumentationsarbeit.
Professor und Hochschullehrer in Bremen
Seine berufliche Tätigkeit auf dem Gebiet der Verkehrs- und Wirtschaftsgeographie und seine Arbeit im Bereich Nautik.
Zeitzeuge einer verlorenen Heimat
Kindheit und Jugend, Stettin und Pölitz sowie seine Erinnerungen an Krieg und Nachkriegszeit.
Heimatforschung und Spurensuche
Wanderungen, historische Karten, Fotografien, Begegnungen und die Suche nach den Spuren der Vergangenheit.
Veröffentlichungen und Dokumentationen
Seine Bücher, Beiträge, Festschriften und weiteren Arbeiten zur Geschichte Zedlitzfeldes, Stettins und seiner Umgebung.
Diese Internetseite selbst ist damit ein Teil des Vermächtnisses von Prof. Kurt Bergunde.
Seine Idee, die Geschichte Zedlitzfeldes mit Hilfe des Internets auch für kommende Generationen zugänglich zu machen, wird weitergeführt.
Diese Internetseite selbst ist ein Teil des Vermächtnisses von Prof. Kurt Bergunde.
Seine Idee, die Geschichte Zedlitzfeldes mit Hilfe des Internets auch für kommende Generationen zugänglich zu machen, wird weitergeführt.
Die Internetseite wird heute weiter gepflegt, ergänzt und Schritt für Schritt ausgebaut. Bestehende Inhalte sollen erhalten bleiben und gleichzeitig durch neue Recherchen, Archivfunde, historische Quellen, aktuelle Fotografien und weitere Zeitzeugenberichte ergänzt werden.
Dabei soll nicht nur die Vergangenheit von Zedlitzfelde bewahrt werden. Ebenso wichtig ist es, die Entwicklung zum heutigen Siedlice zu dokumentieren und sichtbar zu machen, welche Spuren der früheren Zeit noch heute vorhanden sind.
Moderne Recherchewerkzeuge, digitale Archive und neue technische Möglichkeiten helfen heute dabei, Informationen zusammenzuführen, Quellen zu vergleichen und die Geschichte des Ortes noch umfassender aufzuarbeiten.
So wird das Werk, das Prof. Kurt Bergunde und viele weitere Heimatfreunde begonnen haben, fortgeführt und für kommende Generationen bewahrt.