In stillem Gedenken an Prof. Kurt Hans Bergunde
Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Prof. Kurt Hans Bergunde, der am 28. August 2024 im Alter von 92 Jahren in Bremen verstorben ist.
Kurt Hans Bergunde wurde am 25. Februar 1932 in Lauenburg in Pommern geboren. Seine Kindheit und Jugend waren eng mit Stettin und der pommerschen Heimat verbunden. Die Erfahrungen der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegszeit prägten ihn nachhaltig und begleiteten ihn auch in seinem späteren Leben.
Nach seiner Ausbildung und seinem Studium der Geographie und Germanistik widmete sich Kurt Bergunde über viele Jahre der wissenschaftlichen Lehre. In Bremen war er rund 25 Jahre im Bereich Nautik tätig und wurde 1979 zum Professor für Verkehrs- und Wirtschaftsgeographie berufen. Generationen von Studierenden vermittelte er sein umfangreiches Wissen über wirtschaftliche und verkehrsgeographische Zusammenhänge, insbesondere mit Bezug zur Schifffahrt und zum maritimen Raum.
Doch sein Wirken reichte weit über seine berufliche Tätigkeit hinaus.
Seine besondere Verbundenheit galt zeitlebens seiner pommerschen Heimat und insbesondere Stettin, Pölitz und Zedlitzfelde. Seit 1989 engagierte er sich intensiv im Historischen Arbeitskreis Stettin. Mit großer Sorgfalt sammelte, bewahrte und dokumentierte er historische Quellen, Fotografien, Karten und persönliche Erinnerungen.
Dabei war Kurt Bergunde nicht nur Forscher und Chronist, sondern auch selbst Zeitzeuge. Seine eigenen Erlebnisse aus der Kriegs- und Nachkriegszeit flossen in seine historischen Arbeiten ein und verliehen ihnen eine besondere persönliche und geschichtliche Bedeutung.
Zu seinen Veröffentlichungen zählen unter anderem Arbeiten über die nördlichen Vororte Stettins, Zedlitzfelde, die Buchheide und die frühere Bugenhagenschule in Pölitz. Mit seinen Büchern, Aufzeichnungen und Dokumentationen trug er wesentlich dazu bei, Erinnerungen und historische Zusammenhänge für kommende Generationen zu bewahren.
Besonders wichtig war ihm dabei auch die Begegnung zwischen Deutschen und Polen. Seine Arbeit verstand sich nicht allein als Bewahrung der Vergangenheit, sondern auch als Beitrag dazu, Geschichte gemeinsam zu verstehen und Erinnerungen über Grenzen hinweg lebendig zu halten.
Prof. Kurt Hans Bergunde hinterlässt ein umfangreiches wissenschaftliches und heimatgeschichtliches Lebenswerk. Sein Engagement, seine Genauigkeit und seine Verbundenheit mit den Menschen und Orten seiner Vergangenheit werden in Erinnerung bleiben.
Wir verneigen uns vor einem langen und erfüllten Leben und bewahren ihm ein ehrendes Andenken.
In Dankbarkeit und stillem Gedenken.