Zedlitzfelde
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Kurt Bergunde

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Geschrieben von: Super User
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Veröffentlicht: 10. September 2026
Zugriffe: 4

In stillem Gedenken an Prof. Kurt Hans Bergunde

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Prof. Kurt Hans Bergunde, der am 28. August 2024 im Alter von 92 Jahren in Bremen verstorben ist.

Kurt Hans Bergunde wurde am 25. Februar 1932 in Lauenburg in Pommern geboren. Seine Kindheit und Jugend waren eng mit Stettin und der pommerschen Heimat verbunden. Die Erfahrungen der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegszeit prägten ihn nachhaltig und begleiteten ihn auch in seinem späteren Leben.

Nach seiner Ausbildung und seinem Studium der Geographie und Germanistik widmete sich Kurt Bergunde über viele Jahre der wissenschaftlichen Lehre. In Bremen war er rund 25 Jahre im Bereich Nautik tätig und wurde 1979 zum Professor für Verkehrs- und Wirtschaftsgeographie berufen. Generationen von Studierenden vermittelte er sein umfangreiches Wissen über wirtschaftliche und verkehrsgeographische Zusammenhänge, insbesondere mit Bezug zur Schifffahrt und zum maritimen Raum.

Doch sein Wirken reichte weit über seine berufliche Tätigkeit hinaus.

Seine besondere Verbundenheit galt zeitlebens seiner pommerschen Heimat und insbesondere Stettin, Pölitz und Zedlitzfelde. Seit 1989 engagierte er sich intensiv im Historischen Arbeitskreis Stettin. Mit großer Sorgfalt sammelte, bewahrte und dokumentierte er historische Quellen, Fotografien, Karten und persönliche Erinnerungen.

Dabei war Kurt Bergunde nicht nur Forscher und Chronist, sondern auch selbst Zeitzeuge. Seine eigenen Erlebnisse aus der Kriegs- und Nachkriegszeit flossen in seine historischen Arbeiten ein und verliehen ihnen eine besondere persönliche und geschichtliche Bedeutung.

Zu seinen Veröffentlichungen zählen unter anderem Arbeiten über die nördlichen Vororte Stettins, Zedlitzfelde, die Buchheide und die frühere Bugenhagenschule in Pölitz. Mit seinen Büchern, Aufzeichnungen und Dokumentationen trug er wesentlich dazu bei, Erinnerungen und historische Zusammenhänge für kommende Generationen zu bewahren.

Besonders wichtig war ihm dabei auch die Begegnung zwischen Deutschen und Polen. Seine Arbeit verstand sich nicht allein als Bewahrung der Vergangenheit, sondern auch als Beitrag dazu, Geschichte gemeinsam zu verstehen und Erinnerungen über Grenzen hinweg lebendig zu halten.

Prof. Kurt Hans Bergunde hinterlässt ein umfangreiches wissenschaftliches und heimatgeschichtliches Lebenswerk. Sein Engagement, seine Genauigkeit und seine Verbundenheit mit den Menschen und Orten seiner Vergangenheit werden in Erinnerung bleiben.

Wir verneigen uns vor einem langen und erfüllten Leben und bewahren ihm ein ehrendes Andenken.

In Dankbarkeit und stillem Gedenken.

In Gedenken an Heinz Matz

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Geschrieben von: Super User
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Veröffentlicht: 23. Februar 2021
Zugriffe: 7138
 

In Gedenken an Heinz Matz,

der viele unserer Treffen organisierte und immer mit Herzblut dabei war.

Geboren am 05.04.1933 verstorben am 21.12.2020 in Stavenhagen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lilienthal von re. Heinz Matz, Renate Burgner, Monika Matz

 

 

 

 

 


 

Zeitzeugen Berichte

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Geschrieben von: Super User
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Veröffentlicht: 12. Dezember 2020
Zugriffe: 7526

Zeitzeugen Berichte:

  1. Nikolai, der rettende Engel in Zedlitzfelde 1945

Nikolai, der rettende Engel in Zedlitzfelde 1945

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Geschrieben von: Super User
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Veröffentlicht: 12. Dezember 2020
Zugriffe: 34953

Von November des Jahres 1945 bis März 1946 lebten wir noch im Norden Stettins, genauer in Stettin Zedlitzfelde. Täglich zog damals eine etwa 20 Dorfbewohner zählende Gruppe gemeinsam mit den bei uns in der Messenthiner Straße stationierten Zivilrussen zur Demontage des Hydrierwerkes nach Pölitz, darunter ich als 12 Jähriger Junge. Dadurch verdiente ich einen wesentlichen Teil des täglichen Brotes für die Mutter und die neunjährige Schwester. Das ein zum Ende des Monats September 1945 verfasstes "Schweriner Abkommen" auch das "Aus" für unser Dorf bedeuten würde, konnten wir damals nicht wissen; gefangen in der Falle des Schneewinters saßen wir in dem kleinen Walddorf.

In den Novembertagen 1945 wurden wir eines Abends gegen 21 Uhr jäh aus dem Schlaf gerissen, und vor uns Stand mit Karabiner und Pelzmütze der Russe Nikolai. Dringend verlangte er nach Wasser; Auf der Jagd im Falkenwalder Forst hatte er sich verirrt und war auf unsere Häuser gestoßen. In seiner nächtlichen Irrwanderung versuchte er zurückzufinden zum Pölitzer "Magazin". Wir gaben sehr genaue Auskunft, damit Nokolai zu seiner Einheit zurückkehren konnte. Die Überraschung kam am Samstag, als dieser russische Oberleutnant aus dem Raum Minsk uns wiederum aufsuchte und sich nach der netten Familie erkundigte, die Ihm geholfen hatte, den Weg zurückzufinden. Als meine Mutter unter Tränen die Not schilderte in der wir uns befanden: nur 1 Korb Kartoffeln für eine 4 köpfige Familie ohne Vater, sagte Nikolai spontan in etwa dieses : "andere Woche dritte Tag fahren Kartuschka, auch für Euch gibt es etwas davon!" an einer etwa 400 Meter entfernten Stelle einer Weggabelung lagen dann um 6:00 Uhr in der Frühe 2 Sack Kartoffeln im Wald gut versteckt. Das war ein Geschenk des Himmels, Linderung in der Not. 

Und 14 Tage später schenkte uns Nikolai ein frisch geschossenes Reh, das wir mit Blaurocks unseren Nachbarn, teilten und sofort in kleine Gläser einweckten. So hatten wir in den schlimmsten Wintermonaten bis zum Februar immer eine Fleischmahlzeit in der Woche. Aber noch wichtiger war die Mitteilung von Nikolai: "Ruski dawai, Polski kommt, Ihr müsst auch fort von hier. Aber geht nicht im Winter, es sind Menschen am Wegesrand vor Erschöpfung bereits erfroren." das war eine deutliche Warnung, war es Zufall oder Fügung als in den Märztagen des Jahres 1946 Post von meinem Vater aus Bremen durchkam, der aus Amerikanischer Kriegsgefangenschaft entlassen worden war. Die letzte entscheidende Hilfe - wohl für unsere Arbeit bei der Demontage in Pölitz - vollbrachte jener russische Oberst der die Demontage leitete. Ende März 1946 brachte er Frauen und Kinder in einem Konvoi von 6 LKW´s über die nördliche Tangente der Wegroute Pölitz - Falkenwalde - Stolzenburg zur Bahnstation Löcknitz in der sowjetischen Besatzungszone nahe bei Stettin. Noch heute sehe ich den Beginn der Plünderung durch die polnische Miliz und dann nach eingreifen des Oberst den hochgehenden Schlagbaum an der damaligen Demakationslinie in Stolzenburg: das war die letzte Rettung in damaliger Zeit!

Ich persönlich sehe in all diesen Erlebnissen die fügende Hand Gottes.

Kurt Bergunde, Bremen geschrieben für PAZ & zedlitzfelde.de

Info : das Dorf Zedlitzfelde (Sedlice) war von einem Mischwald umgeben. Darin eingebettet 57 Häuser, entlang der Messenthiner Straße. Die Einwohnerzahl bewegte sich um 340. Am 15. Oktober 1939 erfolgte die Eingemeindung nach Stettin. Heute gehört der Ort zur Landgemeinde Pölitz (Gmina Police).

Sagen aus der Heimat

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Geschrieben von: Super User
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Veröffentlicht: 13. Februar 2020
Zugriffe: 7547

Sagen, Märchen und Bräuche aus Zedlitzfelde und Umgebung. Dieser Bereich lebt von Erzählungen der älteren und damaligen Einwohner in dieser Gegend.

Sage der 7 Bachmühlen

Die Sage hierzu erzählt von den Wohlhabenden Müller, dessen stolzer besitzt diese 7 Wassermühlen einst gewesen sind und deren Räder unendwegt drehten, Tag um Tag. Seine 7 Söhne sollten Ihn einst beerben, jeder von Ihnen eine Mühle. So war für alles bestens gesorgt, dachte der Müller. Kaum aber hatte er seine Augen für immer geschlossen da begann schon zwischen den Söhnen lauthals der Streit um das Erbe, das es nur so durch den Stillen Wald schallte. Ein Zauberer aber der in der Nähe der Mühlen hauste, schrie die Brüder darob an: "Ihr werdet Euch bald einig sein" und ehe sie sich versahen, waren alle 7 in einen rauschenden Bach verwandeltund sie mussten Tag für Tag die ungefügen Räder Ihrer Mühlen treten.

So wird auch der Name " 7 Brüderbach" erklärt, der bis auf den heutigen Tag besteht. Die Mühlen selber aber sind eines der belibtesten Ausflugsziele der Stettiner gewesen. Unser Bild zeigt die Mutgebermühle.

Überwiegend wurden die Mühlen Bewirtschaftet und luden freundlich zur Rast ein. Nacheinander folgten in Reizvoller Lage Obermühle (Jugendheim), Klappmühle, Bergmühle, Mutgebermühle, Schmetterlingsmühle, Kaisermühle und Kuckusmühle.

1949 gab es noch 3 von den erwähnten Mühlen. Leider existiert heute nur noch die Obermühle, die heute als Jugendheim genutzt wird.

 

Glocken im Glambecksee

Da wo heute der Glambecksee bei Stettin liegt, ist einmal eine große Stadt gewesen, die um irgend eines Frevels willen in der Erde versunken ist. Doch ist das schon so lange her, dass keiner mehr weiß, wie es sich zugetragen.

Da aber etwas daran sein muss, ist einmal offenbar geworden, als zwei kleine Mädchen aus einem nahen Dorfe am Johannistag um die Mittagszeit an den See kamen, um ihre Puppenwäsche zu waschen. Beim Näherkommen

ist es ihnen gewesen als rufe es aus dem See herauf:

"Anne Susanne,

Kumm mit mi to Lanne"

Sie haben sich aber nicht weiter gewundert, dass am Strand etwas lag wie zwei große runde Steine, und haben ihre Wäsche gewaschen und sie auf den einen Stein zum Trocknen gebreitet. Nach einer Stunde aber hat der andere

Stein angefangen sich zu bewegen und war eine große Glocke, die sich wieder aufmachte in ihr nasses Grab. Und dabei hat sie gerufen:

"Sunne, Kunnigunne,

Kumm mit mi to Grunne"

Die andere Glocke aber, die von der Puppenwäsche gebannt war, hat dumpf und klagend geantwortet:

"Anne, Susanne,

Ick kann ni!"

 Da rannten die beiden kleinen Mädchen zurück ins Dorf und erzählten, was ihnen begegnet war, und als die Leute die eine große Glocke ruhig liegen sahen am Seeufer, machten sie sich gleich daran, den Schatz zu   bergen.  Den schwersten Wagen nahmen sie, der im Dorf war, und spannten sechs starke Gäule davor, und als sie mit aller Männerkraft die Glocke auf den Wagen gebracht, da sollte es losgehen: Hüh! Der Wagen aber 

stand wie an gemauert auf der Erde und rührte sich nicht, ob auch die Pferde immer wieder ins Geschirr sprangen und der Fuhrmann seine Peitsche knallte und schließlich fluchte:"Den Dunnerslag! Ji Deukers willt nich trecken.

Da aber fuhr vom hellen Johannishimmel ein  wirklicher Donnerschlag hernieder, und gleich darauf wurde unter dem Wagen und den Pferden der Boden weich wie Moorgrund, und alles, die Pferde und der Wagen und die Glocke darauf, begannen zu versinken, so schnell, daß kaum der Fuhrmann und die anderen Leute beiseite springen konnten, ihr Leben zu retten.

Seitdem hat man nichts mehr von den Glocken im Glambecksee gesehen, nur mancher meint, er habe es noch an hellen Mittagen um die Johanniszeit herauf klingen hören "Anne, Susanne...." und dumpf die Antwort:

"Sunne, Kunnigunne..."

 

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